Im Zeitraum vom 5. April bis zum 25. April 2026 nahmen Schülerinnen und Schüler der FOS im Rahmen ihrer fachpraktischen Ausbildung sowie Auszubildende der Berufsschule aus unterschiedlichen Fachrichtungen an einem dreiwöchigen Auslandspraktikum in Dublin, Irland, teil. Gefördert wurde das Projekt durch Erasmus+.
Unterbringung und erste Eindrücke
Die erste Woche begann vielversprechend: Die Teilnehmer waren auf verschiedene Gastfamilien in ganz Dublin verteilt. Das hatte klare Vorteile – direkter Kontakt zu „echten“ Iren, authentische Einblicke in den Alltag und reichlich Gelegenheit, auch nach Feierabend das eigene Englisch aufzupolieren. Der Haken an der Sache: Viele dieser Gastfamilien lagen in den Außenbezirken, was mitunter recht ausgedehnte Arbeitswege und längere Fahrten zum Arbeitsplatz oder in die Innenstadt bedeutete. Dublin zeigte sich also gleich von seiner realistischen Seite – charmant, aber nicht immer bequem.
Der ungeplante Umzug – Plot Twist inklusive
Am zweiten Wochenende kam dann Bewegung in die Sache – allerdings ungeplant. Der Anbieter Twin hatte es versäumt, die Gastfamilien für den gesamten Zeitraum zu buchen. Die Folge: Ein kollektiver Umzug in ein zentral gelegenes Hostel stand an. Die spontane Änderung sorgte verständlicherweise für einen deutlichen Stimmungsknick und Ärger bei allen Beteiligten.
Zwar punktete das Hostel mit seiner Lage – mitten im Geschehen, unweit der pulsierenden Innenstadt –, doch die sanitären Anlagen und die allgemeinen hygienischen Zustände waren … sagen wir: ausbaufähig. Einige Zimmer lagen zudem direkt an einem Hinterhof mit angeschlossenem Club. Dort begann die musikalische Untermalung bereits am Nachmittag und hielt zuverlässig bis tief in die Nacht an. Schlaf wurde damit zur optionalen Freizeitbeschäftigung.
Als dann auch noch ein Rohrbruch in der Umgebung die Wasserversorgung zeitweise lahmlegte, war die Stimmung endgültig im Keller angekommen.
Krisenmanagement vor Ort
Nach einigem Hin und Her mit dem Anbieter machten sich Frau Weißflog und Herr Birkel persönlich ein Bild der Lage. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Situation bereits etwas entspannt: Wasser floss wieder, und einige Schülerinnen hatten eigenständig Zimmerwechsel organisiert.
Die anschließende Zimmerinspektion brachte ein vertrautes Bild zutage:
Bei den Mädels – trotz begrenztem Platz – alles ordentlich, strukturiert und nahezu vorzeigbar.
Bei den Jungs hingegen – nun ja, nennen wir es kreatives Chaos. Ergänzt wurde das Ganze durch ein defektes, nicht schließbares Fenster mit direkter Beschallung vom benachbarten Club. Aber: Alles wurde tapfer ertragen. Jungs halt – Hornhaut auf dem Trommelfell.
Freizeit und Erkundungen
Die zentrale Lage des Hostels hatte allerdings auch ihre Vorteile. Nach der Arbeit war man schnell mitten im Geschehen, konnte spontan durch die Stadt ziehen oder abends in Pubs und Clubs eintauchen. Dublin zeigte sich hier von seiner besten Seite – lebendig, musikalisch und voller Atmosphäre.
Auch darüber hinaus nutzten viele die Gelegenheit, mehr von Irland zu entdecken. Ausflüge nach Galway oder Belfast standen ebenso auf dem Programm wie Erkundungen innerhalb Dublins: Historische Gebäude, Parks, Küstenorte, Straßenmusik und Live-Konzerte sorgten für ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm.
Praktika und Fazit
Die Praktikumserfahrungen selbst wurden überwiegend positiv bewertet. Die meisten Teilnehmer konnten wertvolle Einblicke in ihre jeweiligen Berufsfelder gewinnen und internationale Arbeitserfahrung sammeln.
Trotz der zwischenzeitlichen Turbulenzen fällt das Gesamtfazit klar positiv aus. Die Herausforderungen vor Ort wurden gemeistert, der Zusammenhalt gestärkt und die Erlebnisse – ob geplant oder ungeplant – werden sicher noch lange in Erinnerung bleiben.
Abschluss
Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen am letzten Abend in einem traditionellen Dubliner Pub. Bei gutem Essen, Gesprächen und der einen oder anderen Anekdote wurde das Praktikum gebührend verabschiedet.
Am Ende waren sich alle einig: Es war nicht immer perfekt – aber genau das machte es zu einem echten Erlebnis.
André Birkel
