Ein frostiger Tag voller Filmkunst und Nürnberger Unterwelten

ImFilmhaus

Bei eisiger Kälte traf sich die vollzählige FOS-Vorklasse am 21.11.2025 frühmorgens gemeinsam mit Herrn Salomon und Frau Meinold-Pohlmann am Künstlerhaus in Nürnberg. Auch Herr Seel folgte der Einladung und schloss sich als interessierte Lehrkraft an. Ziel war das Britfilms-Festival, das Filme in englischer Originalsprache für Schulklassen bietet. Gezeigt wurde „Ernest Cole: Lost and Found“, in Cannes als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Der Film erzählt die Geschichte von Ernest Cole, einem engagierten und bahnbrechenden Künstler, der als erster freiberuflicher schwarzer Fotograf in Südafrika gilt. Seine Arbeit ist geprägt von der Wut über das Schweigen gegenüber den Schrecken des Apartheid-Regimes. Regisseur Raoul Peck zeigt Coles Irrwege, seine künstlerischen Qualen und seine Empörung über die Mitschuld und Komplizenschaft der westlichen Welt an den Schrecken der Apartheid.

Nach diesem eindrucksvollen und nachdenklich stimmenden Kinoerlebnis ging es zu Fuß durch die Nürnberger Altstadt zum Historischen Kunstbunker. Dort erwartete uns Andreas Clemens von den „Nürnberger Unterwelten“. Der Kunstbunker, tief im Sandstein unter der Kaiserburg, diente im Zweiten Weltkrieg als Schutzraum für wertvolle Kunstwerke wie die Kaiserkrone, Gemälde und Kirchenfenster. In bis zu 24 Metern Tiefe eingelagert, überstanden dort die bedeutendsten Nürnberger Kunstschätze unbeschadet den Bombenhagel. Während des Rundgangs erfuhren wir spannende Details über die ausgeklügelte Belüftung, die Tarnung des Bunkers und die dramatischen Umstände, unter denen Kunst und Kultur bewahrt wurden. Nürnbergs Altstadt wurde in zahlreichen Luftangriffen zu über 90 % zerstört. Wie aus der Ruinenstadt nach und nach das heutige Nürnberg entstand, erfuhren wir ebenfalls – ein Blick, der unseren Rückweg zum Bahnhof veränderte.

Insgesamt war es ein gelungener Tag: ein Mash-up aus Themen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Inhalten der Lehrpläne Englisch und G/PuG sowie einer wertvollen Teambuilding-Erfahrung.

Marion Meinold-Pohlmann

 

geschrieben am 15.12.2025